Schluss mit den Fragezeichen!
Matthias Hofer: Doc’s Coach: Praktische Fertigkeiten für Klinik und Praxis.
5. Auflage. Didamed Verlag GmbH, 2013. Preis: 39,90 Euro
Irgendwann kommt der Moment! Der Moment, in dem man mit einem Venenpunktionsset schweißgebadet vor einem Patienten steht und nicht mehr weiter weiß, vielleicht noch nie wusste wie.
Während im Studium theoretische Kenntnisse zu Krankheiten, Diagnostik und Therapie zu Genüge vermittelt werden, bekommen wir wacklige Knie, wenn es um praktische Skills geht. Famulaturen, das PJ und Skills Lab sollen uns helfen, jene Fertigkeiten zu erlernen, zum Beispiel eine Blutentnahme oder das Legen einer Venenkanüle.
Dr. Matthias Hofer, der Autor des Buches „Doc’s coach – praktische Fertigkeiten für Klinik & Praxis“ hat erkannt, dass es dennoch mehr bedarf. Denn selbst ein Assistenzarzt nach seinem praktischen Jahr kommt das ein oder andere Mal ins Schwitzen. In seinem Vorwort stellt er klar, dass sich sein Buch für jedermann lohnt, ob Student oder angehender Facharzt. Es sei für alle Fachrichtungen interessant.
Den Leser erwarten 35 Kapitel mit je einer How-to-Anleitung. Gut gefällt sofort der Aufbau der Lerneinheiten: Zunächst wird die Indikation der Untersuchung genannt, daraufhin das hierfür benötigte Material, die Durchführung und schließlich werden Komplikationen aufgezeigt, mit denen gerechnet werden muss.
Besonders praktisch sind die ausführlichen Erklärungen zu technischen Geräten in der Klinik. Denn sicher hat jeder von uns schon einmal vor einem Perfusor geflucht und vergeblich versucht, den Signalton loszuwerden. Zu dem und anderen Utensilien wie dem Dreiwegehahn oder Infusionen liefert der Autor ganze Betriebsanleitungen – Schluss also mit den vielen Fragezeichen, wenn es um die Funktionsweise medizinischer Instrumente geht!
Zudem werden Mess- und Punktionstechniken, Sonden, Katheter, und Drainagen erläutert und schließlich auch komplexere Skills wie beispielsweise endotracheale Intubation, Reanimation, Coloskopie, und Wedge-Druck-Bestimmung.
Das Buch ist mit einer Vielzahl von Fotos versehen, wodurch der Leser schrittweise an die jeweilige Methode herangeführt wird. Zum Teil ähnelt das Buch eher einem Bilderbuch als dem klassischen Wälzer. Praktisch ist das in jedem Fall, wenn man auf dem Weg zu Arbeit nur eben mal schnell etwas nachschauen möchte. Dann heißt es Kapitel aufschlagen, Bilder betrachten und „Aha – stimmt ja, so war das“ murmeln. Aber auch zum Erlernen neuer Techniken ist „Doc’s coach“ gut geeignet.
Zum Ende des Buches wird man(n) mit einer Anleitung der besonderen Art belohnt: Dr. Matthias Hofer erläutert in fünf Seiten die richtige Bindeweise einer Krawatte. Nach der Lektüre auch dieses letzten Kapitels kann im Klinikalltag nun also gar nichts mehr schief gehen.
Christina Nöltner