5 Punkte von Saskia von Sanden, PJ in Freiburg

Kurzbeschreibung

Mit „Doc’s Coach“ wurde eine Marktlücke geschlossen. Es ist das erste „Bilder-Buch“, das Studenten, PJlern und jungen Assistenzärzten die Angst vorm ersten Mal nehmen kann. In vielen kleinen Kapiteln mit detailgetreuen Fotos wird jeder klinische Handgriff Schritt für Schritt so genau wie nötig und so überschaubar wie möglich erklärt – aus der Perspektive des Durchführenden. Einfache Handlungen wie die korrekte Blutdruckmessung sind ebenso dargestellt wie komplexe Tätigkeiten (Pleurapunktion, ZVK-Anlage, Dilatations-Tracheotomie). Das Prinzip ist den „Do-it-Yourself“-Zeitschriften entnommen: Wer einen Schrank bauen will, hangelt sich Bild für Bild durch eine vor-bildliche Anleitung.

Inhalt/Zielgruppe

Geeignet ist „Doc’s Coach“ für Studenten im klinischen Abschnitt (Famulatur und PJ). Doch auch für die Arbeit auf der Intensivstation gibt es nützliche Kapitel für Assistenzärzte in den ersten ein, zwei Jahren der Weiterbildung. Von A wie „Arterielle Verweilkanüle in der A. radialis“ bis Z wie „ZVK-Anlage über die V. jugularis interna bzw. über die V. subclavia“ wird das ganze Spektrum praktischer Handlungsfertigkeiten in Klinik und Praxis abgedeckt. Ich habe keine Lücke entdecken können.

Besonders hilfreich fand ich, dass häufige und typische Fehler in der Handhabung ebenfalls mit Foto abgebildet sind – natürlich dick durchgestrichen. Hier wird man nicht selten entdecken, dass man es eigentlich genau so immer gemacht hat.

Didaktik/Aufbau

Eine Praxisanleitung muss vor allem eines sein: Einfach aus der Sicht des Unerfahrenen, dem jeder kleine Handgriff unter Umständen nicht geläufig ist, step by step eben. Jeder Handgriff – von OPs und Spezialeingriffen abgesehen – der in einer Klinik auf den Ungeübten zukommen könnte, wird erklärt. Wer mit Perfusoren-Geräten auf Kriegsfuß steht oder tachykard wird, wenn es heißt: „Willst Du vielleicht die Liquorpunktion alleine machen?“ sollte sich das Buch als Bettlektüre auf den Nachttisch legen oder mit dem PJ-Beauftragten der Klinik dafür sorgen, dass auf jeder Station ein Exemplar vorhanden ist. Freilich lässt sich mit dem DinA-4 großen Buch nicht am Patienten arbeiten. Aber vor und nach einer Maßnahme sollte man es griffbereit haben.

Für die Lektüre einer praktischen Anleitung benötigt man zwischen 5 und 15 Minuten – eine kurze Vorbereitung vor einem „Eingriff“ ist also durchaus möglich. Aber auch die Nachbereitung eines vielleicht nicht gelungenen Einsatzes kann noch viele Aha-Effekte hervorrufen.

Wünschenswert wäre auch eine DVD-Ausgabe, auf der in Slow motion alle Handgriffe als Film gezeigt werden könnten. Vor allem für die einzelnen Kapitel der Nahttechniken wäre dies sinnvoll.

Preis

Das Buch kostet im Handel 29,95 Euro. Insgesamt sind die Bücher aus dem Verlag „didamed“ erstaunlich günstig. Auch für das reich bebilderte „Doc’s Coach“ liegt der Preis unter dem vergleichbar ausgestatteter Bücher.

Fazit

Das Ideal „See one, do one, teach one“ gelingt selten und möglicherweise nur dann, wenn ein exzellent Lehrender auf einen bestens präparierten Lernenden trifft. Ansonsten gilt eher: Einmal zuschauen, mehrfach rummurksen und sogleich das Halbwissen an einen weitergeben, der noch weniger weiß als man selbst. Daher gehört das Buch in jedes Regal von Famulanten, PJler und jungen Assistenzärzten.

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